Was tun, damit Teilnehmer interaktive Elemente akzeptieren und nutzen?

„Wie viel Interaktion verträgt eine Veranstaltung“? Dieser Frage stellten sich am 11. Januar 2018 die Diskutanten eines Fish Bowls im MICE-FORUM auf der Messe Best of Events. Teilnehmer aus dem Publikum haben die Frage noch anders formuliert: Wie gewinnt man die Teilnehmer einer Veranstaltung, interaktiv mittels App mit zu machen? Vor allem, wenn es sich um ein eher konservatives Publikum handelt? Darauf drei Antworten:

1. Vom Inhalt her denken

Wir stimmen mit dem ebenfalls kurz auf dem Podium vertretenen David Eickelberg (Touchdown Events) überein: Die Möglichkeit zur Interaktion wird vom Publikum einer Veranstaltung  dann angenommen, wenn sie mit dem Inhalt der Veranstaltung zu tun hat. Für digitale Moderation in Events, die Interaktivität via Smartphone ermöglichen, gilt aus unserer Sicht:

Digitalisiert werden kann nur der Inhalt eines Informationsprozesses,

  • bei dem Teilnehmer einen inhaltlichen Beitrag leisten,
  • der vom Veranstaltungskonzept gewollt und
  • durch die technische Möglichkeit der App produktiv wird.

2. Vorbilder aktivieren 

Zum Mitmachen braucht es Ermutigung. Vorbilder. Gerade ein konservatives Publikum kann das Potential einer Wertschöpfung durch Interaktion oft nur dann heben, wenn es die Nutzung des interaktiven Mediums von Moderatoren, Key Note Speakern oder den auf der Bühne agierenden Führungspersönlichkeiten positiv vorgelebt bekommt.

Eine Veranstaltung, in der die durch die Veranstaltung führenden Persönlichkeiten nicht selbst die Technik nutzen, wird hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.

Deshalb müssen bereits bei der Event-Vorbereitung all jene an den Tisch, die in der Veranstaltung Vorbildrollen haben werden und von denen sich das Publikum anleiten und führen lassen wird. Kurzschulungen und das übliche Rehearsal, wie teambits es anbietet, geben unerfahrenen Personen Sicherheit im Umgang mit dem Neuen.

3. Optimale Nutzererfahrung sicherstellen

Dem Erlebnis einer wertschätzenden Partizipation kann sich kein Publikum verschließen. Die technischen Hürden waren nie so niedrig wie heute: Praktisch jeder Erwachsene nutzt heute ein Smartphone, kann sich in ein offenes WLAN einloggen und auf seinem Gerät eine Webseite öffnen. Solange eine WebApp wie die von teambits eingesetzt wird und das Netzwerk für die Veranstaltung von erfahrenen Dienstleistern wie teambits ausgelegt worden ist, existiert technisch keine Barriere mehr. Auch Datenschutz und Compliance wird man mit einer Lösung wie teambits:interative gerecht.

Über die Nutzererfahrung bestimmt aber nicht allein die Technik. Erfüllt sein muss auch die Bedingung, dass die Inszenierung der Interaktion dem Publikum Rechnung trägt. Gerade wenn ein Publikum zum ersten Mal mit der Möglichkeit der Interaktion in Berührung kommt, muss man Teilnehmern Zeit geben, das eigene Smartphone als Werkzeug zu entdecken, die Veranstaltung mitzugestalten. Andernfalls kommt es zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Wer nur vereinzelt Interaktion wagt, wird feststellen, dass sie nicht im gewünschten Umfang angenommen wird. Die Aneigung der Möglichkeit zur Interaktion durch die Teilnehmer kann nur genutzt werden, wenn das Konzept den Prozess der Aneignung zulässt und führt.

Bild: Fish Bowl „Wie viel Interaktion verträgt eine Veranstaltung“, unter anderem mit Stefan Kirchner (Kölner Verbände Seminare), Jürgen May (2bdifferent), Meike Twiehaus (EVVC e.V.), Dominik Jakob (G+B Interactive), am  11 Januar 2018, 12:40 bis 13:15, Best of Events 2018 – MICE Forum, Dortmund, Halle 5, Bühne 5.E10. Mit freundlicher Genehmigung von Irina Graf (The Mice Blog)