Wie Experten die Zukunft der Gesundheit sehen. teambits für die Robert Bosch Stiftung

teambits stattet gemeinsam mit den Dialogprofis von IKU die Reformwerkstatt für Gesundheit der Robert Bosch Stiftung aus. Im Projekt „Neustart! Reformwerkstatt für unser Gesundheitswesen“ entwarfen die Initiatoren ein erstes Bild für die Zukunft.

Dazu erarbeiteten Expertinnen und Experten neun Vorschläge für eine Gesundheitsreform. Diese neun Empfehlungen nahmen die beteiligten Bürgerinnen und Bürger unter die Lupe: Knapp 300 Teilnehmende kamen in einem virtuellen Bürgerforum mit großem Engagement zusammen. Via der Webanwendung von teambits diskutierten sie in Arbeitsgruppen, stimmten ab, wählten Vertreter und visualisierten Ergebnisse.

Robert Bosch Stiftung setzt auf Bürgerdialog

IKU Die Dialoggestalter konzipierten die digitale Veranstaltung für die Robert Bosch Stiftung. teambits stattete sie mit der Technik für Abstimmungen, Interaktionen und digitalen Wahlen aus. „Unsere Neustart!-Initiative setzt wesentlich auf die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. Ihre Sichtweise auf das zukünftige Gesundheitswesen ist besonders wichtig.“¹, begrüßte Dr. Bernadette Klapper, Bereichsleiterin Gesundheit bei der Robert Bosch Stiftung, auf dem Bürgerforum die Teilnehmer*innen.

Per Zufallsprinzip wählten die Veranstalter die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus. Sie kommen aus Bremerhaven, Magdeburg, Rosenheim und Trier, sowie aus Regionen Brandenburgs und Sachsens. So kamen unterschiedliche regionale Erfahrungen und Hintergründe zusammen.

Die Arbeitsgruppen erörterten neun Themen, die aus früheren Phasen der Initiative stammen. Es ging um Prävention und Gesundheitskompetenz, Diversität und Partizipation, solidarische Krankenversicherung und Caring Communities, Primärversorgungszentren und die Rolle der Kommunen. Je Thema bildeten die Initiatoren sechs Kleingruppen mit fünf bis sechs Teilnehmenden. Per Text und Podcast erklärten die Experten ihr Thema zur Gesundheitsreform. Jede Kleingruppe prüfte die entsprechende Empfehlung des Neun-Punkte-Programms. Die Teilnehmer*innen sammelten über die Web-App von teambits Anmerkungen, Erfahrungen, Fragen, Kritik und Wünsche. Abschließend hielten sie den Wortlaut einer gemeinsamen Empfehlung fest.

teambits App

Aufbau der teambits-App: Web-Konferenz / Jitsi: Kommunikation per Bild, Sprache, Chat – Informationen: Erklärungen für die Teilnehmenden – Etherpad: hier kann jeder Ergebnisse der Gruppen-Diskussion mitschreiben

In einer zweiten Dialogrunde erhielten die Arbeitsgruppen einen der anderen Reformvorschläge zufällig zugeteilt. Sie kommentierten und ergänzten die Empfehlungen der ersten Dialogrunde. Ein Redaktionsteam fasste die überarbeiteten Reformvorschläge zusammen, während die Teilnehmenden sich an „virtuellen Kaffeepause-Tischen“ informell austauschten. Diese Zusammenfassungen prüften die ursprünglichen Arbeitsgruppen aus dem ersten Dialogschritt.

Beteiligungs-App von teambits funktioniert DSGVO-konform und zuverlässig

Eine Herausforderung für die technische Umsetzung des Events durch teambits lag im Wechsel zwischen den Gruppen. Wir haben dafür die teambits Software um ein Modul erweitert, das eine flexible Einteilung in verschiedene Gruppen unterstützt. Das Videokonferenzsystem Jitsi haben wir auf Servern in Deutschland DSGVO-konform eingebunden. Den Wechsel von einer in die nächste Arbeitsgruppe, in den nächsten Meetingraum bei Jitsi, haben die Moderatoren angekündigt. So konnten die Arbeitsgruppen während der Corona-Pandemie in echten Austausch treten.

Neben Bild und Ton gab es in den Meetingräumen Gelegenheit sich per Text zu Wort zu melden. Die Texteingabe diente ebenfalls der gemeinsamen Dokumentation der Themen. Das hat teambits über die Open-Source-Software Etherpad gelöst. Die Webkonferenz Jitsi und Ehterpad steuerte die App von teambits so, dass alle Teilnehmenden zu jeder Zeit zuverlässig in der richtigen Kleingruppe zusammen geschaltet waren. Automatisch hatten sie die passenden Texte, Informationen und die Eingabe für die Diskussionsergebnisse auf dem Bildschirm zur Hand.

Im Plenum setzten wir Videostreaming mit eingebetteten Interaktionen wie Fragerunden, Abstimmungen und Meinungsbilder ein. Das stellte eine stabile Verbindung bei hoher Teilnehmerzahl sicher.

Digitale Wahl von Botschafter*innen ergänzt das Prinzip der Beteiligung

teambits bietet digitale Wahlen – auch auf diese technische Möglichkeit griff die Robert Bosch Stiftung zurück. In der Reformwerkstatt Gesundheit wählten die Teilnehmer*innen Bürgerbotschafter*innen aus ihrer Mitte. Jede Region war bei der Aufstellung der Kandidat*innen repräsentiert.

Der gewählte Bürgerbotschafter Timon Beck, Doktorand aus Dresden, fasste zusammen: „Ich finde dieses Prinzip der Bürgerbeteiligung sehr spannend. Es gibt für die meisten nicht so viele Möglichkeiten, Politik mitzugestalten, außer alle paar Jahre wählen zu gehen. Bei Referenden sind die Themen oft zu kompliziert, als dass sie sich mit ja oder nein beantworten ließen. Das haben wir ja beim Brexit gesehen. Daher finde ich diese Form der Bürgerbeteiligung, bei der alle über ein bestimmtes Thema diskutieren und gemeinsame Lösungen suchen, eine gute Sache.“²

„Corona hat viel möglich gemacht – das sollten wir nutzen“

Beteiligung gelingt digital immer besser. Im letzten Jahr haben sich viele Menschen an Videokonferenzen und digitales Miteinander gewöhnt. Unter Beteiligung entwickelte Diskurse finden leichter zu einem Konsens und sind ebenso sachlich und zielgerichtet, wie Diskussionen unter Expert*innen. „Es hat mich beeindruckt, wie konstruktiv die Diskussionen im virtuellen Bürgerforum verlaufen sind und wie viele gute Vorschläge dabei herausgekommen sind.“¹ stellt Timon Beck fest.

Das Fazit der Teilnehmer*innen lautet: „Corona hat viel möglich gemacht – das sollten wir nutzen!“. Die Umfrage per teambits zum Abschluss des Bürgerdialogs ergab eine hohe Zufriedenheit von 83 Prozent. Viele Teilnehmer*innen bewerteten das digitale Event mit unserer Interaktions-Software mit „sehr gut“ bis „gut“ – das motiviert uns. Wir freuen uns, wenn teambits sich als das ideale Instrument im digitalen Bürgerdialog erweist.

Neustart! Reformwerkstatt für unser Gesundheitswesen ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung. Sie bietet Bürgern und Experten die Möglichkeit, Impulse zu setzen für unsere Gesundheitsversorgung – mit Mut zu Reformen, für die Menschen und die Zukunft. Mehr Informationen finden Sie unter www.bosch-stiftung.de/neustart.


Quellen:

¹ https://www.neustart-fuer-gesundheit.de/corona-hat-viel-moeglich-gemacht-das-sollten-wir-nutzen

² https://www.neustart-fuer-gesundheit.de/ich-bin-fuer-eine-solidarische-krankenkasse-die-alle-einzahlen